Sonntag, 16. November 2014

Träumendes Bonn - Eine Heimat-Hymne von 1954.


(Den ganzen Aufsatz "Bonn im Spiegel der Musik" finden Sie in: Bonner Geschichtsblätter, Band 64, Bonn 2014)

Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle die „Vier Sternenburger“ und die daraus hervorgegangene Gruppe „Die Zwei mit dem Dreh“, denen Bonn eine Fülle wunderbarer Lieder zu verdanken hat. Das Quartett, bestehend aus dem Sänger Peter Brust, dem Bassisten Emil Lohmer, Rudi Morsche an der Gitarre und Addi Waldmann am Akkordeon gründete sich 1954 und trat jahrzehntelang bei unzähligen Veranstaltungen auf – so auch regelmäßig im Bundeskanzleramt –, bis die Musiker sich 1989 aus Altersgründen trennen mussten. Peter Brust und Emil Lohmer (jetzt an der Drehorgel) traten anschließend als „Die zwei mit dem Dreh“ bis 2006 weiter auf. Traten die „Vier Sternenburger“ mehr mit Parodien und politischen Liedern auf, so sangen „Die Zwei mit dem Dreh“ ihre Lieder in Bönnschem Platt, meist geschrieben von Peter Brust, wie beispielsweise: En de Stuff, En Bonn em Gequetschte, Direk nom letzte Kresch und Heilije Ofend in Bonn. Bekanntestes Stück ist allerdings bis heute das 1954 von Emil Lohmer (geb. 1928) komponierte Lied Träumendes Bonn, das mehrfach veröffentlicht wurde.

Hier der Link zum Video: Träumendes Bonn


Träumendes Bonn, wie schön wors Du
Maat on Hoffjaade wegten eins dich en Ruh.
Die wiesse Scheffe am Ahle Zoll
dröme von Zigge, die woren wundervoll.
Nun zog dat Märche de Vorhang zu,
träumendes Bonn wie schön wors Du.

Jeet me hück durch de Wenzeljass,
nimmp me sich am beste en flegende Ungertass.
Bei su nem grusse Krach un Lärm,
werde mir Bönnsche üwerhaupt net mie wärm.
Schön wor et fröhe on wie es et hück?
Me fällt jo bald üwer de fremde Lück.

Träumendes Bonn, wie schön wors Du,
de Strom mät beim Anblick de Oore zu.
Verebb es der stürmische jungfruhe Drang,
on huschende Welle murmele ne Sang.
Doch letztens ene Grus der soll et sen,
et es uns Heimat, ons Bonn am Ring.

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