Sonntag, 24. August 2014

24.9.1914: 100. Todestag des ehemaligen Godesberger Bürgermeisters Anton Dengler


Anton Dengler
Anton Dengler wurde am 17.1.1852 in Osterhofen geboren und schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein, die ihm den Roten Adlerordens IV. Klasse einbrachte. Nach seiner Entlassung wählte er die Verwaltungslaufbahn, die er in den 1870er Jahren als Volontär in der Gemeinde Poppelsdorf begann. 1880 übernahm Dengler das Amt des Bürgermeisters von Bornheim, bevor er am 26.9.1888 durch Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz zum Bürgermeister der Landbürgermeisterei Godesberg ernannt und kurz darauf zugleich zum Standesbeamten bestellt wurde. Denglers oberstes Anliegen war eine stärkere Zusammenfassung der noch recht zusammenhanglosen Einzelgemeinden. So konnte beispielsweise 1899 durch die Eingemeindung von Rüngsdorf und Plittersdorf der unmittelbare Zugang zum Rhein geschaffen werden, was für Godesberg eine wichtige verkehrstechnische Errungenschaft bedeutete und entschieden mehr Gäste in den Ort brachte. Mit dem Bau der neuen Landungsbrücke konnten erstmals Dampfer anlegen und Dengler ließ bis 1910 eine zweieinhalb Kilometer lange Rheinpromenade anlegen. Auch den Kurpark ließ er nach dem Erwerb privater Gärten anlegen. Sein eigenes, elegantes Wohnhaus lag ebenfalls an der Südseite des Parks (Eckhaus Koblenzer Str./Friedrich Ebert-Straße). In diese Zeit fiel auch der Bau des Jugendstil-Bahnhofs und die Verbindung Godesbergs mit Bonn durch die Dampfstraßenbahn (1891), die 1911 durch eine elektrische Bahn ersetzt wurde.

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Bahnhofsgebäude
Foto: Wiki-User CC BY-SA 3.0
Elektrische Straßenbahn, Godesberg

Ebenso trieb Dengler die Eingemeindungen Friesdorfs (1904) und Muffendorfs (1915) voran, was wiederum zum Ausbau des Straßennetzes und der Schaffung einer Kanalisation führte. Unter Denglers Aegide – seit 1912 war er auch Hafenkommissar für das Landungsgebiet der Gemeinde Godesberg – wurde zudem die Freiwillige Feuerwehr gegründet, ein gemeindeeigenes Elektrizitätswerk, das Wasserwerk sowie die Müllabfuhr geschaffen, eine Badeanstalt am Rhein eröffnet und der Schlachthof in Betrieb genommen. Für die Entwicklung Godesbergs war Denglers Arbeit von unschätzbarem Wert. In den 27 Jahren seiner Amtszeit wuchs die Bevölkerungszahl von 9.000 auf über 23.000 Einwohner an. Nahezu alle heute noch vorhandenen Versorgungseinrichtungen gehen auf Bürgermeister Dengler zurück, der das Amt bis zu seinem Tod inne hatte.

Ehrengrab Denglers
Am 24.9.1914 starb er, erst 62-jährig, nach langer Krankheit in Godesberg, nachdem er kurz zuvor seinen einzigen Sohn in den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs verloren hatte. Noch ein Jahr zuvor hatten ihn die Godesberger Bürgerinnen und Bürger zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum mit einem Fackelzug und einem großem Fest geehrt. Bereits 1899 war – sehr ungewöhnlich zu Lebzeiten – eine Straße und ein Platz nach ihm benannt worden. Nun, nach seinem Tod, erhielt er ein Ehrengrab auf dem Burgfriedhof.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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