Mittwoch, 13. August 2014

13.8.1953: Todestag des Godesberger Filmschauspielers Paul Kemp


Paul Kemp,
Autogrammkarte
Der bekannte Komiker und Filmschauspieler Peter Paul Kemp wurde am 20.5.1896 im damals noch eigenständigen Godesberg (den Zusatz „Bad“ bekam der Ort erst 1925) geboren.
Nach einer Ausbildung an der Baugewerbeschule in Köln begann der Sohn eines Musilklehrers im Ersten Weltkrieg in einem Soldaten-Ensemble zu schauspielern. Seit 1919 nahm er – übrigens gemeinsam mit Gustaf Gründgens – privaten Unterricht bei Louise Dumont in Düsseldorf und bekam, nach glänzend bestandener Schauspielschule, sein erstes Engagement an den Hamburger Kammerspielen, wo er als „Jugendlicher Komiker“ in den entsprechenden Shakespeare-Rollen brillierte. Seine Paraderolle wurde jedoch „Charleys Tante“, deren Titelrolle er über 180 Mal spielte. Anschließend folgte ein Engagement in Berlin am Theater Max Rheinhards, wo er neben Gründgens spielte.

Filmplakat zum Film
"Der Kleinstadtpoet"
1930 gelangte Kemp zum Film und gewann mit seinem leicht verschmitzten Humor schnell die Herzen des Publikums. Schon bald gehörte „Paulchen Kemp“, wie er nun liebevoll genannt wurde, zu den beliebtesten deutschen Filmkomikern. Gemeinsam mit den berühmtesten Schauspielern seiner Zeit, wie Heinz Rühmann, Willy Fritsch oder Peter Lorre, spielte er in vielen bekannten Filmen, darunter 1931 in Wilhelm Pabsts „Die Drei-Groschen-Oper“ (1931), im selben Jahr in Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ und 1936 an der Seite von Lilian Harvey in „Glückskinder“. 1940 spielte er die Titelrolle im Film „Der Kleinstadtpoet“.

Filmplakat zum Film "Kornblumenblau",
Kemp 3. v. links
Während der NS-Zeit gehörte er zu Hitlers Lieblingsschauspielern und kam – obgleich selbst kein Anhänger des Nationalsozialismus – auf die „Gottbegnadeten-Liste“. Nach dem Krieg spielte er vorwiegend Tourneetheater und war nur noch in wenigen Filmen präsent. Seine beiden letzten Rollen spielte er 1953 in Axel von Ambessers Film „Glück muss man haben“ und an der Seite von Karlheinz Böhm und Gert Fröbe in „Salto Mortale“.

"Dir zuliebe", 1944, mit Winnie Markus
und Hans Holt

Paul Kemp

Am 13.8.1953 starb er in der Bonner Universitätskliniken an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs. Sein Grab befindet sich auf dem Burgfriedhof in Bad-Godesberg. 1978 wurde die Straße, in der sein Geburtshaus stand, in Paul-Kemp-Straße umbenannt.
Durch seine betont rheinische Art, die er in über 100 Filmen zeigte, war Paulchen Kemp zu einem echten Volksschauspieler geworden.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011. 

Kommentare:

  1. DANKE für diese sehr, sehr schöne Erinnerung an den großen Paul Kempf: ein toller Schauspieler und sensibler Komödiant, der seine rheinische Heimat und seinen Künstlerberuf sehr liebte, wie seine Autobiographie "Blühendes Unkraut" eindrucksvoll beweist. Sein Grab auf dem Burgfriedhof besuche ich oft - fühle mich ihm stark verbunden.

    Herzliche Grüße von Gerd J. Pohl,
    Piccolo Puppenspiele

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    1. Pardon: Kemp (ohne 'f") natürlich. Ein Tippfehler. GJP.

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    2. Freut mich sehr, wenn es Ihnen gefallen hat!

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  2. Diese ganze Homepage gefällt mir ausgezeichnet, Herr Niesen: liebe- und stilvoll gemacht! Schauen Sie doch einmal im Internet (Wikipedia beispielsweise) nach André Osterritter - sicher auch eine Künstlerpersönlichkeit, die Ihre Aufmerksamkeit verdient. Wegen Bildmaterial sprechen Sie mich dann gerne an; Sie erreichen mich über mein Theaterbüro (www.theater-im-puppenpavillon.de). Dank und Gruß! Gerd J. Pohl.

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  3. Danke für das Lob! Ihr Großvater ist mir bekannt - ich selbst habe Malerei und Grafik studiert - und ich hatte seinerzeit zu seinem 100. Geburtstag über ihn gelesen. Trotzdem danke für den Hinweis! Wenn Sie Interesse an Bonner Persönlichkeiten haben, darf ich Ihnen das 2011 in 3. Auflage im Bouvier-Verlag erschienene "Bonner Personenlexikon" empfehlen. Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihre Puppenbühne, Ihr Josef Niesen

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    1. Danke für den Buchtipp und Ihre guten Wünsche! GJP

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