Donnerstag, 3. Juli 2014

3.7.1952: Todestag des Bonner Dichters Wilhelm Schmidtbonn


3.7.2014: Heute vor 62 Jahren starb der Bonner Schriftsteller Wilhelm Schmidtbonn.

Wilhelm Schmidtbonn
Wilhelm Schmidt (der später den Künstlernamen Schmidtbonn annahm) wurde am 6.2.1876 in Bonn am Marktplatz/Ecke Bonngasse – in dem Haus, in dem sich heute „Hut Weber“ befindet – als zweites Kind eines Pelzhändlers geboren. Seine Bonner Gymnasialzeit endete schon mit 15 Jahren, als er wegen eines „aufsässigen“ Aufsatzes von der Schule relegiert wurde. Auch eine Ausbildung auf dem Kölner Konservatorium scheiterte ebenso wie der Versuch, in Moers das Abitur nachzuholen. Danach folgte eine unglückliche Zeit als Buchhändlerlehrling, in der Schmidtbonn bereits anfing, selbst zu schreiben. Nachdem er das Manuskript zu einem Schauspiel an den Bonner Germanistikprofessor Berthold Litzmann gesandt hatte, erkannte dieser Schmidtbonns schriftstellerische Begabung und verhalf ihm dazu, ohne Abitur an den Universitäten Bonn, Zürich und Berlin zu studieren. 1901 begann Schmidtbonns Aufstieg mit der Uraufführung seines Bühnenwerks „Mutter Landstraße“ in Dresden.

Schmidtbonns Geburtshaus,
Foto: © Eckhard Henkel,
CC BY-SA 3.0 DE (Wikimedia Commons)

1904 wurde das Stück in Berlin durch Max Reinhardt aufgeführt, der sich in der Folgezeit erfolgreich für Aufführungen von Schmidtbonns Theaterstück „Der Graf von Gleichen“ einsetzte. Dieses Stück, auf zahlreichen Bühnen aufgeführt, wurde zu seinem größten Erfolg und gehörte zu den meistaufgeführten Theaterstücken Deutschlands. Seit 1905 mit Luise Treuer verheiratet, arbeitete er seit 1906 vorübergehend als Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus bei Louise Dumont, wo er auch mit seinen eigenen Stücken große Erfolge erzielte (Fritz Kortner spielte die Hauptrolle in „Der Zorn des Achilles“ und Emil Jannings in „Die Verwandlung des Diogenes“). In diese Zeit fiel auch seine innige Freundschaft mit August Macke bis zu dessen Tod im Jahre 1914. Sein Hundebuch „Die Flucht zu den Hilflosen“ von 1918 war für Stefan Zweig der Anlass, Schmidtbonn 1923 seine Novelle „Die Augen des ewigen Bruders“ zu widmen, woraus sich eine tiefergehende Freundschaft entwickelte. Nach ersten Preisen wurde Schmidtbonn im Herbst 1926 in die Preußische Dichterakademie berufen. Sein Aufstieg kam erst mit der „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten zum Erliegen, als durch den veränderten Zeitgeist keine Deutsche Bühne mehr seine Werke aufführen wollte.

Wilhelm Schmidtbonn
Zwar erhielt er 1936 die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn, 1941 den Rhein. Literaturpreis und 1943 die Beethoven-Medaille der Stadt Bonn, doch geriet er beim Publikum zunehmend in Vergessenheit. Nach dem Krieg lebte Schmidtbonn bescheiden und einsam, von seiner schweren Krankheit gezeichnet, in (Bonn-)Bad Godesberg, wo er am 3.7.1952 an einem Herzschlag verstarb. Beigesetzt wurde er in einem Ehrengrab auf dem Alten Friedhof. In Bonn und Düsseldorf wurden Straßen nach ihm benannt; im Bonner Stadtmuseum ist das Wohnzimmer des Schriftstellers ausgestellt.
Sein Werk umfasst insgesamt 16 Dramen und sieben Romane, dazu Gedichte und Novellen. Eine besondere Liebeserklärung an Bonn ist sein 1935 erschienener Roman „Der dreieckige Marktplatz“, der gemeinsam mit dem Buch „An einem Strom geboren“, Schmidtbonns Ruhm als Heimatdichter begründete.



Der Dreieckige Marktplatz,
Originalausgabe
Seine ältere Schwester Henriette Schmidt-Bonn wurde als Künstlerin eines reichen druckgrafischen Werks bekannt.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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