Sonntag, 22. Juni 2014

Todestag von Richard Lubig und Karl Joseph Hieronymus Windischmann


23.4.2014: Vor 20 Jahren verstarb der Bonner Bäckermeister Richard Lubig und vor 175 Jahren der bedeutende Philosoph und Mediziner Hieronymus Windischmann.

Richard Lubig und seine Frau, Archiv des Verfassers.
Richard Lubig wurde am 25.3.1901 in Bonn als Sohn des Bäckermeisters Josef Lubig, der 1894 die erste Lubig-Bäckerei in Bonn eröffnet hatte, geboren. Mit erst 15 Jahren übernahm er nach dem frühen Tod des Vaters den ererbten Betrieb, den er in der Folgezeit zu einem der größten Handwerksbetriebe der Bundesrepublik ausbaute. Seit 1923 selbst Bäckermeister, wandte er sich seit den 1930er Jahren entschieden gegen die aufkommende Bleichung und chemische Behandlung der Mehle, die häufig zu Hautkrankheiten, der sogenannten „Bäckerkrätze“, führte. Zusammen mit namhaften Wissenschaftlern gelang es ihm, mehr als 100 neue patentierte Verfahren für die Backstube zu entwickeln. Das bekannteste wurde neben dem „Biologischen Schaumsauerverfahren“, also der Herstellung von Sauertteigen, das fünffach patentierte Laktose-Brot. Neben den Bäckereiartikeln entwickelte Lubig zudem Medikamente auf biologischer Grundlage. Heute hat der in der vierten Generation geführte Familienbetrieb über 250 Mitarbeiter in 30 Filialen.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.


Hieronymus Windischmann, Stadtarchiv.
Karl Joseph Hieronymus Windischmann wurde am 24.8.1775 in Mainz geboren. Dort studierte er seit 1787 Philosophie, bis er aufgrund der franz. Invasion 1792 an die Universität Würzburg wechseln musste, wo er sein Studium um das Fach Medizin erweiterte und 1796 zum Dr. med. promoviert wurde. Seit 1801 Hofmedicus am Aschaffenburger Hof des Kurfürsten, erfolgte 1803 Windischmanns Ernennung zum Prof. für Philosophie und Geschichte an der dortigen Universität und 1811 die zum Kurfürstlichen Hofbibliothekar. Nachdem Aschaffenburg 1815 an Bayern gefallen war, stand Windischmann bis 1818 als Kgl. Medizinalrat in bayer. Diensten, bis er 1818 an die neugegr. Universität Bonn berufen wurde, wo er die kath. Professur des Systems und der Geschichte der Philosophie erhielt. Zudem lehrte er als Professor der med. Fakultät Pathologie und Geschichte der Medizin. Als erklärter Gegner des auf seinen Bonner Kollegen Georg Hermes zurückgehenden „Hermesianismus« erstellte Windischmann im Auftrag des Vatikans ein Gutachten, das maßgeblich zur Ablehnung der hermesianistischen Lehre führte. Waren Windischmanns Schriften während der Aschaffenburger Zeit noch von einem unklaren pantheistischen Mystizismus geprägt, so gelangte er in seiner Bonner Zeit zu einer positiv-christlichen Weltanschauung und Philosophie. Zuletzt gab Windischmann, der zu den interessantesten und universalsten Denkern seiner Zeit gehörte, die „Philosophischen Vorlesungen« seines verstorbenen Freundes Friedrich Schlegel heraus. Am 23.4.1839 verstarb er in Bonn. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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