Montag, 23. Juni 2014

Bonner Persönlichkeiten: Heinrich Lützeler

Heinrich Lützeler
Heinrich Lützeler wurde am 27.1.1902 als Sohn eines Porzellanmalers in Bonn geboren. Er wuchs in kleinbürgerlichen, stark katholisch geprägten Verhältnissen auf, legte das Abitur ab und immatrikulierte sich 1921 in den Fächern Philosophie, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften an der Universität Bonn. Seine Lehrer waren u.a. Oskar Walzel und Paul Clemen. 1924 wurde Lützeler im Fach Philosophie bei Adolf Dyroff promoviert; seine Habilitation erfolgte 1930. Zunächst bestritt Lützeler seinen Lebensunterhalt als Theaterkritiker für Bonner Zeitungen, dann lehrte er als Privatdozent der Philosophie an der Bonner Universität, bis die National-Sozialisten ihm 1940 wegen seiner christlich motivierten Gegnerschaft zur nationalsozialistischen Rassenlehre, und wegen seines mutigen Eintretens für zahlreiche jüdische Freunde die venia legendi entzogen.

Seine mutige Abschiedsvorlesung „Vom Beruf des Hochschullehrers“ wurde geheim gedruckt, illegal verbreitet und weit über die Grenzen Bonns hinaus gelesen. 1942 erhielt Lützeler Rede- und Schreibverbot für ganz Deutschland und war im letzten Kriegsjahr von Verhaftung und Deportation bedroht. Erst 1945 wurde er durch die Briten wieder in seine akademischen Rechte an der Bonner Universität eingesetzt und 1946 zum ordentlichen Prof. der Kunstgeschichte ernannt. Lützeler lehrte bis zu seiner Emeritierung 1970, doch blieb er auch anschließend in Forschung und Lehre aktiv. Durch seine volksnahe Art genoss er bei der Bonner Bevölkerung eine große Popularität und galt als eine der originellsten Persönlichkeiten des Rheinlands.
Viele seiner Veröffentlichungen wie die „Philosophie des Kölner Humors“erfreuten sich ausgesprochen großer Beliebtheit. Am 13.6.1988 verstarb er in Bonn. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde in Bonn-Poppelsdorf eine Straße nach ihm benannt.
Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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