Montag, 23. Juni 2014

Bonner Persönlichkeiten: Carmen Sylva


Carmen Sylva
Carmen Sylva (d. i. Königin Elisabeth I. von Rumänien) Schriftstellerin; geb. 29.12.1843 Neuwied, gest. 2.3.1916 Bukarest. Carmen Sylva, eigentlich Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied, kam als drittes Kind von Wilhelm Karl Hermann Fürst zu Wied und dessen Ehefrau Marie, geborene von Nassau-Weilburg, zur Welt. Die ersten zehn Jahre verbrachte sie in Neuwied, bevor die Familie 1853 die Bonner Vinea Domini, ein kleines am Rhein gelegenes Schlösschen aus kurfürstlicher Zeit, bezog. 1869 heiratete die überdurchschnittlich gebildete und künstlerisch vielseitig begabte Prinzessin Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, Fürst von Rumänien, dem sie nach Bukarest folgte. Hatte sie bereits in ihrer Bonner Zeit eigene Gedichte und Prosa verfasst, so intensivierte sie in Bukarest, neben ihrem ausgeprägten sozialen und karitativen Engagement, ihre künstlerische Tätigkeit, besonders nach dem schmerzlichen Verlust ihrer noch nicht vierjährigen Tochter 1874. Zunächst bekannt wurde sie durch die Übersetzung rumänischer Dichtungen und ihrer eigenen lyrischen Gedichte unter dem Pseudonym Carmen Sylva (Lied des Waldes), deren erste Veröffentlichung in das Jahr 1881 fiel, das dem Fürstenpaar als Folge des russisch-türkischen Krieges und der Unabhängigkeit Rumäniens die Königskrone einbrachte. Die folgenden Jahrzehnte widmete Elisabeth sich vollkommen ihren karitativen Aufgaben und ihren künstlerischen Neigungen, wobei sie auch als Königin von Rumänien häufig Bonn aufsuchte, veröffentlichte eine Vielzahl Gedichtbände, Übersetzungen, Theaterstücke und Romane und erhielt zahlreiche Ehrungen, wie den Preis der Académie francaise sowie die Ehrendoktorwürden der Universitäten Budapest und St. Petersburg. 1996 wurde ihr zu Ehren eine Straße in Bonn-Dransdorf in Carmen-Sylav-Wegbehannt

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011, S. 84 f.

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