Montag, 23. Juni 2014

Bonn und seine Alleen


Auffallend für Bonn ist die Anzahl alter Alleen, vorwiegend mit Kastanienbestand, die das Stadtbild dominieren. Zurückgehend auf die Planung einer offenen Barockstadt, war es Kurfürst Clemens August, der im 18. Jahrhundert die ersten dieser Alleen als schnurgerade Verbindungswege zu seinen Schlössern nach Poppelsdorf, Brühl und Röttgen anlegen ließ. Die älteste dieser Prachtstraßen ist die um 1745 angelegte Poppelsdorfer Allee, der als südliche Verlängerung zur Kreuzbergkirche die heute nicht mehr bestehende Kreuzbergallee folgte.

Ansichtskarte der Poppelsdorfer Allee, 1950er Jahre
Ansichtskarte Kreuzbergallee, um 1920
Etwa zeitgleich entstanden die Meckenheimer Allee als Überlandverbindung ins Ahrtal und zum Jagdschloss Herzogsfreude (Röttgen) sowie die nach 1753 angelegte Nußallee in Richtung Brühl zum Schloss Augustusburg. Der nachfolgende Kurfürst Maximilian Franz von Österreich schuf 1789 die Baumschulallee als Verbindung von Schloss und Baumschule sowie die Endenicher Allee von der Baumschule zum Sterntor und in der entgegengesetzten Richtung wieder zur Nußallee. Im 19. Jahrhundert wurden die bereits vorhandenen Alleen zu Leitlinien der Stadterweiterung im Südwesten Bonns. Diese wunderschönen kastaniengesäumten Straßen prägen noch heute überwiegend das Bild der Bonner Südstadt.

Ansichtskarte Baumschulwäldchen, um 1910
Ansichtskarte Alter Zoll, um 1950
Alle Ansichtskarten sind aus der eigenen Sammlung.

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