Montag, 23. Juni 2014

Berühmte Musiker in Bonn


Bei Musikern, die in Verbindung zu Bonn stehen, denkt man zuerst einmal an Beethoven, dann an Schumann. Dennoch gab es auch viele Andere, wie Humperdinck, Reger, Liszt, Joachim oder Brahms, die in Teils enger Beziehung zur Stadt standen.

Johannes Brahms
Johannes Brahms (1833–1897) beispielsweise, war nicht nur ein enger Freund der Familie Schumann, sondern stand auch in freundschaftlichem Kontakt zu den Bonnern Elisabeth Deichmann-Schaaffhausen und Hermann Deiters. Seine erste Reise nach Bonns fand im September 1853 statt, als er die Familie Deichmann-Schaaffhausen auf ihrem Landgut in Mehlem (heute Deichmannsaue) besuchen wollte. Da er wie ein Handwerksbursche gekleidet war, wies der Gärtner ihn zunächst am Tor ab, doch gelang es der Hausherrin, das Missverständnis aufzuklären und Brahms zurückzuholen. 1854 reiste Brahms abermals nach Bonn, diesmal um den kranken Freund Robert Schumann in der Endenicher Heilanstalt zu besuchen. Bis zu dessen Tod im Jahre 1856 folgten noch mindestens neun weitere Besuche bei Clara und Robert Schumann, sowie nach Schumanns Tod seine Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten im Juli 1856. Im selben Jahr gab Brahms in der Bonner „Lese- und Erholungsgesellschaft“ ein Konzert.


Elisabeth Deichmann-Schaaffhausen
Auch 1857 und 1860 weilt er in der Stadt und lebte 1868 für längere Zeit im Haus von Frau Endemann im Kessenicher Weg (heute Niebuhrstraße 30). An den berühmten Geiger Joseph Joachim schrieb Brahms: „Lieber Freund, … Ich werde hier etwas bleiben … Übrigens ist Bonn so schön, dass ich Euch fast ein ruhiges Rondo-Finale der Reise hier empfehlen möchte.“
1873 nahm Brahms gemeinsam mit Clara Schumann und Joseph Joachim an der Bonner Schumannfeier teil, ebenso 1880. Es folgten weitere Aufenthalte in Bonn und 1889 die Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethoven-Haus. Sein letzter Besuch fand Pfingsten 1896 statt, bei dem er an einem Kammermusikfest teilnehmen sollte, das jedoch wegen der Nachricht vom Tode Clara Schumanns, die auf Pfingstsonntag beerdigt wurde, ausfiel. Brahms blieb noch zu den Trauerfeierlichkeiten und reiste dann ab.

Villa Deichmann, 1905
Von 14 Kompositionen von Brahms weiß man, dass sie in Bonn entstanden sind, so 1860 Zwei Motetten für fünfstimmigen gemischten Chor a capella op. 29, die Serenade für Orchester Nr. 2 A-Dur op. 16 und 1868 große Teile von Ein Deutsches Requiem. Seine Violinsonate op. 78 wurde 1879 im Saal des Hotels „Zum Goldenen Stern“ am Markt uraufgeführt. Die zweite Bonner Uraufführung, diesmal die Ungarischen Tänze für Klavier zu vier Händen durch Brahms selbst und Clara Schumann, fand am 3.5.1880 in der Villa Deichmann statt. Bonn ehrte Brahms 1953 mit der Benennung einer Straße (Brahmsstraße in Bonn-Endenich).
Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

Niebuhrstraße heute

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen