Montag, 23. Juni 2014

Beethoven-Häuser in Bonn


Jeder kennt natürlich Beethovens Geburtshaus in der Bonngasse. Weniger bekannt ist dagegen, dass dies beileibe nicht das einzige Haus war, in dem Beethoven gelebt hat. Das Leben der Familie Beethoven war nämlich geprägt durch eine Reihe von Umzügen.

Haus Rheingasse 934
1733 kam Ludwigs Großvater aus Mecheln nach Bonn und wohnte ab 1738 in der Wenzelgasse in einem Haus, das ihm die Jesuiten für 53 Reichstaler vermieteten. 1760–1768 ist Kapellmeister „bethoff“ als Weinhändler (vmtl. ein Nebenerwerb) in der Rheingasse im Haus Zum
Walfisch (Nr. 934) erwähnt.

Zwischenzeitlich hatte sein Sohn Johann 1767 die junge Witwe Maria Magdalena Keverich geheiratet und war mit ihr in das berühmte Hinterhaus in der Bonngasse Nr. 515 (heute Nr. 20) gezogen, wo Ludwig van Beethoven 1770 geboren wurde. 1774 wohnte die Familie in einem etwas größeren Haus „aufm Dreyeck“ (heute Dreieck), bis sie 1775 ebenfalls in das stattliche Giebelhaus Zum Walfisch zog, in dem bereits der Großvater seinen Weinhandel gehabt hatte. Diese Verwirrung führte später fälschlicherweise lange zu der Annahme, dies sei das eigentliche Geburtshaus des Komponisten gewesen. 1944 wurde das Haus im Krieg zerstört. 

Rheingasse nach dem Bombenangriff 1944
Zehn Jahre verbrachte die Familie insgesamt dort, mit einem zwischenzeitlichen Umzug in die Neugasse (heute Rathausgasse). 1782 wurde sie definitiv wieder als im Haus Walfisch wohnend erwähnt. 1785 zogen die Beethovens ein letztes Mal um, diesmal in die Wenzelgasse 25, wo sie gemeinsam mit zwei Brüdern von Ludwigs Vater und sechs anderen Familien das Haus des Zinngießers Peretti an der Ecke Judengäßchen (später Gundenaugasse, heute Friedrichstraße) bewohnten. 1787 starb hier Beethovens Mutter und 1792 möglicherweise auch sein Vater. Leider sind bis auf das Geburtshaus alle anderen Häuser untergegangen.

Beethovens Geburtshaus, Bonngasse
Wenzelgasse 25, 1928

 Rheingasse, um 1910

Wenzelgasse 25

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