Montag, 23. Juni 2014

Bedeutende Ereignisse: Vor 330 Jahren wurde das Steinkreuz am Adelheidisbrunnen errichtet


Einer Legende nach soll die hl. Adelheid, erste Äbtissin des Stifts Vilich und seit 2008 Stadtpatronin von Bonn, während einer Dürreperiode um das Jahr 1000 ihren Äbtissinnenstab am Ort des heutigen Brunnens in den Boden gesteckt haben, worauf eine Quelle hervor gesprudelt sei. Mag auch der Wahrheitsgehalt bezweifelt werden, so geht doch die Flurbezeichnung Pützchen“ (von lat. puteus Brunnen, rhein. Pütz) auf eine Quelle zurück.

In Folge des einsetzenden Pilgerstroms Heilung suchender Kranker gründeten sich bald eine Wallfahrtskirche (St. Adelheid) und ein jährlicher Markt (1367 erstmals als „Pützchens Markt“ erwähnt). 1632 wurden Kirche und Stiftsgebäude im 30-jährigen Krieg zerstört, 1641 zumindest die Gebäude wieder errichtet. Der bereits vorhandene Brunnen wurde 1684, vor 330 Jahren, durch das heutige Steinkreuz ersetzt. 1864 wurde die Brunnenfassung neu gestaltet. Um die Jahrhundertwende umgab man die Anlage mit einem schmiedeeisernen Gitter, das 1959 bei der Erneuerung des kriegszerstörten Brunnens weichen musste. Da dem Brunnenwasser besondere Heilkräfte bei Augenerkrankungen zugeschrieben werden, waschen sich auch heute noch viele Besucher mit dem stark alaunhaltigen und dadurch desinfizierenden Wasser die Augen aus.

Adelheidisbrunnen
Adelheid auf einem zeitgenöss. Pilgerblatt

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