Montag, 23. Juni 2014

Bedeutende Besucher: Der Eiserne Gustav


Gustav Hartmann (1859–1938), ein Berliner Droschkenkutscher, machte sich am 2. April 1928 aus Protest gegen den Niedergang seines Gewerbes durch die steigende Zahl von Autos mit seinem Pferdegespann zu einer Reise von Berlin nach Paris auf. Auf diesem Weg kam der „Eiserne Gustav“, wie Hartmann von der Bevölkerung anerkennend genannt wurde, am 8.5.1928 zunächst nach Königswinter. Von dort ging es weiter über den Rhein nach Bonn, wo Hartmann mit großem Jubel von der Bonner Bevölkerung empfangen wurde. Selbst die ausländische Presse berichtete seinerzeit darüber. Durch seine Reise berühmt geworden, gründete er nach seiner Rückkehr eine Stiftung für in Not geratene Taxifahrer (Gustav-Hartmann-Stiftung). Hans Fallada verarbeitete später Hartmanns Leben literarisch zu einem Buch, das 1958 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt wurde. Den bekannten Spitznamen hatte Hartmann sich übrigens erworben, weil er am heimischen Bahnhof Wannsee bei jedem Wind und Wetter ausdauernd auf Kundschaft wartete.

Quelle: Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

Der Eiserne Gustav vor seiner Abreise in Berlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen