Montag, 23. Juni 2014

Aus meiner Sammlung: Die Lazaruskapelle


Die unten abgebildete, sehr seltene Lithographie von Christian Hohe aus dem Jahr 1860, die ich im Original besitze, zeigt auf einem 24 x 32 cm großen Blatt die Lazaruskapelle bei Bonn. Sie lag weit vor dem Kölntor an der Landstraße nach Köln (heute Kölnstraße) „Auf der Höhe“, nahe beim Hochgericht mit dem Galgen, dort, wo heute das Collegium Josephinum steht. Im 13. Jahrhundert war ebenda eine Leprosensiedlung entstanden, die aus einem kleinen Hof, einer Kapelle und einer Wohnung bestand. Sie war Sitz der Bruderschaft „Unserer Lieben Frau und des hl. Lazarus“, in der alle Aussätzigen des Erzstifts zwangsweise zusammengefasst wurden. Die Wohnung war für den geschäftsführenden Brudermeister bestimmt, der die Oberaufsicht über die Leproserie führte, die durch wohltätige Stiftungen vermögender Bonner Bürger unterhalten wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Leprosenguts als „Maladenhof“ stammt aus dem Jahre 1364.
Die in der Abbildung gezeigte Kapelle geht auf einen „Neubau“ aus dem Jahre 1400 zurück. 1883 wurde sie beim Bau des Josephinums abgerissen. Übrigens deutet auch der Straßenname „Rosental“ auf eine frühere Leprosensiedlung hin, die dort bestanden hat.

Lazaruskapelle, Lithographie, 1860, eigene Sammlung.

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