Montag, 23. Juni 2014

3.5.1880: Uraufführung von Brahms' Ungarischen Tänzen


Johannes Brahms
3.5.2014: Vor 134 Jahren, am 3.5.1880, fand in Bonn die Uraufführung von Johannes Brahms' Komposition „Ungarischen Tänze für Klavier zu vier Händen“ durch Clara Schumann und Brahms selbst statt. Brahms hatte eine enge Beziehung zu Bonn und stand in regelmäßigem freundschaftlichen Kontakt zu Elisabeth Deichmann-Schaaffhausen und Hermann Deiters. Seine erste Reise nach Bonns fand im September 1853 statt, als er die Familie Deichmann-Schaaffhausen in Mehlem besuchen wollte. Da er wie ein Handwerksbursche gekleidet war, wies der Gärtner ihn zunächst am Tor ab, doch gelang es der Hausherrin, das Missverständnis aufzuklären und Brahms zurückzuholen. 1854 reiste Brahms abermals nach Bonn, diesmal um den kranken Freund Robert Schumann in der Endenicher Heilanstalt zu besuchen. Bis zu dessen Tod im Jahre 1856 folgten noch mindestens neun weitere Besuche bei Clara und Robert Schumann, sowie seine Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten im Juli 1856. Im selben Jahr gab Brahms in der Bonner „Lese- und Erholungsgesellschaft“ ein Konzert. Auch 1857 und 1860 weilt er in der Stadt und lebte 1868 für längere Zeit im Haus von Frau Endemann im Kessenicher Weg (heute Niebuhrstraße 30). An Joseph Joachim, den berühmten Geiger, schrieb Brahms: „Lieber Freund, … Ich werde hier etwas bleiben … Übrigens ist Bonn so schön, dass ich Euch fast ein ruhiges Rondo-Finale der Reise hier empfehlen möchte.“ 1873 nahm er gemeinsam mit Clara Schumann und Joseph Joachim an der Bonner Schumannfeier teil, ebenso 1880. Es folgten weitere Aufenthalte in Bonn und 1889 die Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethoven-Haus. Sein letzter Besuch fand Pfingsten 1896 statt, bei dem er an einem Kammermusikfest teilnehmen sollte, das jedoch wegen der Nachricht vom Tode Clara Schumanns, die auf Pfingstsonntag beerdigt wurde, ausfiel. Brahms blieb noch zu den Trauerfeierlichkeiten und reiste dann ab. Von 14 Kompositionen Brahms weiß man, dass sie in Bonn entstanden sind, so 1860 „Zwei Motetten für fünfstimmigen gemischten Chor a capella op. 29“, die „Serenade für Orchester Nr. 2 A-Dur op. 16“ und 1868 große Teile von „Ein Deutsches Requiem op. 45“. Seine „Violinsonate op. 78“ wurde 1879 im Saal des Hotels „Zum Goldenen Stern“ am Markt uraufgeführt. Die zweite Bonner Uraufführung waren die oben besagten „Ungarischen Tänze“ in der Villa Deichmann. In Bonn-Endenich gibt es die Brahmsstraße.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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