Montag, 23. Juni 2014

30.4.2014: Todestag von Wilhelm Vershofen und Geburtstag von Rudolf Pörtner


30.4.14, Zum Tage: Gleich zwei Bonner Schriftsteller haben heute Gedenktag: Vor 54 Jahren starb Wilhelm Vershofen, und Rudolf Pörtner wurde vor 102 Jahren geboren.

Wilhelm Vershofen
Der am 25.12.1878 in Bonn geborene Wilhelm Vershofen verbrachte seine Schulzeit teilweise in London, bevor er eine kaufmännische Lehre in Köln absolvierte. Danach studierte er 1901–1906 in Jena, Bonn und München Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Volkswirtschaftslehre studierte. 1904 wurde er an der Universität Bonn zum Doktor der Philosophie promoviert. Im selben Jahr brachte er in Bonn gemeinsam mit den beiden Studienfreunden J. Winckler und J. Kneip den ersten Lyrikband „Wir Drei!“ beim Verlag Ludwig Röhrscheid heraus. Der Band war nicht nur dem Dichter Liliencron zum 60. Geburtstag gewidmet, sondern verrät auch stark dessen impressionistischen und naturalistischen literarischen Einfluss. 1912 gründeten die drei jungen Schriftsteller den Autorenbund „Werkleute auf Haus Nyland“ zur „schöpferischen Zusammenarbeit von Schriftstellern, Gelehrten, Dichtern, Arbeitern und Industriellen“. Nach einer Zeit als Gymnasiallehrer in Jena, wechselte Vershofen 1918 als Syndikus zur Handelskammer Sonneberg in Thüringen. 1919 wurde er Leiter des Verbands der dt. Porzellanindustrie und 1919/ 20 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. 1925 erfolgte seine Ernennung zum Prof. an der Nürnberger Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; 1946–1960 lehrte er an der Universität Erlangen. Vershofen gehörte zu den Pionieren der deutschen Industriedichtung und gilt als bedeutendster Vertreter des rheinischen Schriftstellerbundes. Er starb am 30.4.1960 in Erlangen.


Rudolf Pörtner, Historiker, Journalist und Schriftsteller, ist vor allem durch sein bahnbrechendes Buch „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“ bekannt geworden. Geboren am 30.4.1912 in Bad Oeynhausen, studierte der Sohn eines Kaufmanns 1931–1938 Altertumswissenschaften, Geschichte, Volkswirtschaft Germanistik und Soziologie an den Universitäten in Marburg, Berlin und Leipzig. Daneben war er 1933/34 Zeitungsredakteur in Bad Oeynhausen und arbeitete anschließend als Journalist bei einem Zeitungsdienst in Berlin sowie als Kolumnist der „Bielefelder Zeitung“. 1947–1958 war Pörtner als Redakteur beim Dt. Zeitungsdienst in Herford tätig. Dann zog er nach Bonn, wo er begann, Sachbücher zu verfassen. Bereits durch seine erste Veröffentlichung (Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit, 1959) erlangte er schlagartig große Berühmtheit, weil es Pörtner auf einzigartige Weise gelungen war, unmittelbare Gegenwart, Forschungsgeschichte und archäologische Befunde miteinander zu verknüpfen. Das Buch wurde ein Bestseller und seine Gesamtauflage liegt heute weit jenseits der Millionengrenze. Spannend erzählte archäologische Sachbücher wurden Pörtners Markenzeichen, und er schrieb in Folge weit über einhundert Bücher über Römer, Wikinger und Germanen. Zusammen mit H. G. Niemeyer gab er zudem die zehnbändige Enzyklopädie „Die großen Abenteuer der Archäologie“ heraus, die heute als Standardwerk gilt. 1974 erhielt Pörtner den Ceram-Preis des Rhein. Landesmuseums Bonn, 1985 folgte das Bundesverdienstkreuz und 1990 der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Pörtner starb am 12.9.2001 in Bonn
 
Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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