Montag, 23. Juni 2014

28.5.1797: Todestag von Anton Raaff


28.5.2014: Heute vor 217 Jahren starb der berühmteste Tenor des 18. Jahrhundert.

Geboren wurde Anton Raaff am 6.5.1714 in Gelsdorf bei Bonn. Um sein Leben ranken sich viele Geschichten und Legenden, von der eine besagt, dass er als Sohn eines armen Schäfers zur Welt gekommen sei. Nach der Geburt zog die Familie jedenfalls nach (Wachtberg-)Holzem, wo der Vater möglicherweise Gutsverwalter auf Burg Gudenau wurde. Seine Ausbildung bekam der junge Raaff vermutlich am renommierten Bonner Jesuitengymnasium (es befand sich in der Bonngasse gegenüber der Namen-Jesu-Kirche), an dem für das Jahr 1726 seine Mitwirkung in einer Aufführung belegt ist. Dort wird ihn auch Kurfürst Clemens August von Bayern zum ersten Mal gehört haben, der sich nach dem Schulabschluss seiner annahm und ihn 1736 als Kurkölnischen Hof- und Kammermusiker am Bonner Hof anstellte. Daneben erhielt Raaff eine weiterführende Gesangsausbildung in München bei Antonio Bemacchi und in
Bologna bei Padre Giovanni Martini. Als Solist sang er bereits in Florenz und Venedig sowie 1742 bei der Kaiserkrönung Karls VII. im Frankfurter Dom. Seine Festanstellung als kurfürstlicher Hofsänger am Bonner Hof behielt er bis 1749, dann folgte er einem Engagement an den Wiener Hof der Kaiserin Maria Theresia mit anschließenden Auftritten an den bedeutendsten Höfen Europas, wie Bologna, Livorno, Portugal, Madrid und Lissabon. 1755 traf Raaff den damals außerordentlich berühmten Kastraten Farinelli, mit dem ihn eine innige Freundschaft verband. 1760 sang er am Hof des Königs von Neapel und stieg dort zum führenden Tenor der neapolitanischen Oper auf. Neun Jahre blieb Raaff dort, bevor er über Florenz an die Mannheimer Oper gelangte, wo ihn 1777 Mozart singen hörte, der so beeindruckt war, dass er zwei Jahre darauf für Raaff, der sich auf dem Zenit seiner Kunst befand, die Titelrolle des „Idomeneo“ schrieb, die zugleich Raaffs letzte Titelpartie sein sollte. Nach 1781 sang er an keiner Bühne mehr, sondern beschränkte sich auf Kirchenmusik. Die letzten Jahre bis zu seinem Tod gab er ausschließlich Unterricht. Am 28.5.1797 starb Anton Raaff in München.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

Anton Raaff
Anton Raaff als Idomeneo
Bonner Jesuiten

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