Montag, 23. Juni 2014

24.4.1414: Vor 600 Jahren wurde Dietrich von Moers zum Kurfürsten gewählt


24.4.2014: Vor genau 600 Jahren, am 24.4.1414 wurde Dietrich von Moers vom Domkapitel mit großer Mehrheit zum Erzbischof und Kurfürsten von Köln gewählt. Mit „Köln“ meinte man seinerzeit nicht nur die Stadt, sondern vielmehr das sog. Kölnische Land, also Kurköln, dessen Haupt- und Residenzstadt ab1597 Bonn war. Doch hielten sich die Kurfürsten schon seit der Schlacht bei Worringen (1288) vorzugsweise in Bonn auf, da sie mit der freien Reichsstadt Köln im Streit lagen. Hier errichteten sie damals ihre Residenz, den Vorgängerbau der heutigen Universität an selber Stelle. Wahlweise lebten sie im Poppelsdorfer Schloss, dessen Vorgängerbau ebenfalls an der Stelle des heutigen Schlosses stand.
Wappen von Dietrich von Moers, re. oben, 2. v. r.


Vorgängerbau des Poppelsdorfer Schlosses.
Was nun Dietrich von Moers betrifft, so wurde der Sohn des regierenden Grafen Friedrich von Moers und seiner Frau Walburga von Saarwerden zunächst 1397 Propst des bedeutenden Bonner St. Cassiusstiftes, bevor er in Bologna und Heidelberg Theologie studierte und 1414 die Kurwürde erlangte. Wegen der Nachstellungen seines Gegenkandidaten Wilhelm von Berg hatte die Wahl im Bonner Münster stattfinden müssen. Durch seine Hegemonialpolitik etablierte Erzbischof Dietrich in seiner langen Amtszeit die Vorherrschaft Kurkölns am Niederrhein und in Westfalen. Bis 1440 an die Spitze der Macht gelangt, war seine Herrschaft unangreifbar geworden. Mit seinen Brüdern – den Bischöfe von Osnabrück, Münster und Utrecht – gebot Dietrich über einen Raum, der von der Nordsee bis an die Lippe und von der Ijssel bis an die hessische Grenze reichte. Das Kernland des Erzstiftes erstreckte sich von Xanten bis an die Mosel. Für diese expansive Politik benötigte der Kurfürst jedoch sehr viel Geld und stürzte den Kurstaat damit in eine Schuldenlast, von der er sich so bald nicht mehr erholen sollte. Für seine kostspieligen Militäraktionen wie der Soester Fehde 1444–1449 und der Münsterschen Stiftsfehde 1450–1457 verpfändete Dietrich ganze Gebiete. Die völlige Überschuldung der Stadt und fehlende Einnahmen für den Erzbischof führten unter Dietrichs Nachfolger Ruprecht von der Pfalz zum Krieg. Als Dietrich starb, war das Erzstift finanziell bereits so ruiniert, dass das Domkapitel für seine Beerdigung Geld aufnehmen musste.

Quelle: Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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