Sonntag, 22. Juni 2014

19.4.1946: Vor 68 starb der Widerständler Michael Rott



Der Widerständler Michael Rott, Bruder des Bonner Bäckermeisters Josef Rott, starb heute vor 68 Jahren am 19.4.1946 bei Bremen. Geboren am 13.3.1898 in Bonn, begann er 1920 eine Laufbahn als hauptamtlicher Gewerk-schaftssekretär in Köln. Es folgten Stationen als Sekretär der Christlichen Eisenbahnergewerkschaft in Dresden, Leipzig, Zwickau, Chemnitz, Krefeld und Münster, bis er zum Vorstandsmitglied des Westfälischen Beamtenbunds aufstieg. 1933, nach der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten und Gleichschaltung des Beamtenbunds wurde Rott Geschäftsführer beim Bund der Reichsbahnbeamten, später beim Reichsbund der deutschen Beamten. 1934 wurde er genötigt der SA beizutreten, trat aber 1935 wegen seiner religiösen Einstellung wieder aus und wurde beim Reichsbund entlassen. Rott kehrte kurzzeitig nach Bonn zurück und übernahm eine Bäckerei seines Bruders. Seit 1937 in Berlin ansässig, kam er in Kontakt mit dem Widerstandskreis um Goerdeler, wo er die Aufgabe zugeteilt bekam, sich nach einem Putsch um die Reorganisation der Verkehrswege zu kümmern. Nach dem Scheitern des Attentats vom 20.7.1944 floh Rott zurück nach Bonn und entging damit seiner Verhaftung. Seit 1945 engagierte er sich beim Wiederaufbau der Gewerkschaften und zählte zu den Mitbegründern der CDU-Rheinland, des DGB in Bonn und des ÖTV der Nord-Rheinprovinz. 1946 verunglückte Rott auf der Rückfahrt von einer Gewerkschaftskonferenz gemeinsam mit zwei Kollegen tödlich.

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2

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