Montag, 23. Juni 2014

13.6.1945: Todestag von Randolph von Breidbach-Bürresheim



Breidbach-Bürresheim
Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim wurde am 10.8.1912 in Bonn als Sohn von Maria-Anna Gräfin Wolff Metternich und Hubert Freiherr von Breidbach-Bürresheim geboren, während sein Vater als Kommandeur einer Eskadron des Königs-Husaren Regiments Nr. 7 in Bonn stationiert war. Von den Eltern tief religiös als Katholik erzogen, studiere er nach dem Abitur Rechtswissenschaften und wurde 1938 in Erlangen promoviert. Danach trat er in die Kanzlei des berühmten Rechtsanwalts Dr. Josef Müller ein, der zahlreiche Gegner des Nationalsozialismus vor Gericht verteidigte. Bürresheim kam in Kontakt zu Dietrich Bonhoeffer, mit dem er mehrfach nach Rom reiste, wo er geheime Kontakte zum Heiligen Stuhl pflegte, um durch die Einschaltung Großbritanniens das Dritte Reich zum Frieden zu zwingen. Seit 1940 Soldat, nahm Breidbach-Bürresheim am Frankreich- und am Rußlandfeldzug teil. Entsetzt über die Gräueltaten schrieb er seine Erlebnisse und die von ihm beobachteten Verbrechen der Wehrmacht als Berichte an die Kanzlei Müller. Außerdem informierte er sich mehrfach über die Möglichkeiten „gegen den Hitlerismus zu arbeiten“. Als 1943 Hans von Dohnanyi, Dietrich Bonhoeffer und Josef Müller verhaftet wurden, führte dies zum Auffinden der sogenannten „Breidbach-Berichte“ in der Kanzlei Müller, seiner Verhaftung durch die Gestapo sowie einer Anklage wegen des Verstoßes gegen das Heimtückegesetz. Obwohl er am 4.3.1944 freigesprochen wurde, hielt man ihn weiter in Haft und überführte ihn im Februar 1945 in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Aufgrund seiner schweren gesundheitlichen Schädigungen starb Breidbach-Bürresheim am 13.6.1945, kurz nach der Befreiung durch die russischen Truppen, noch im Lager. Heute wird er als Märtyrer des Erzbistums Köln verehrt. 

Quelle: Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

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